0121 Nirgendwann   Leave a comment

… doch gerade als ich dachte nun endlich wieder meinem spiegel im schwarzen nirgendwann gegenüberzustehen, blendete mich ein grelles etwas, im ersten moment sah ich gar nichts, ausser blendend schwarzem schwarz, unendlich schwarzem kristallklaren schwarz. Doch schon bald verwandelte sich dieses schwarze licht, in eine welt aus buchstaben, in mein gefängnis für die ewigkeit.

Hier gab es kein leben im spiegel, ja es gab überhaupt keinen spiegel, meine tote fantasie hatte alles mit sich verschlungen, alles was ich jemals war. Nun war ich das einzige überhaupt noch existierende bewusstsein und alles um mich herum war wieder schwarz, schwarz wie mein spiegel im nirgendwann. So war es früher einmal, vor langer, unendlich langer zeit, und hierher kam ich nun zurück, nach nirgendwann, nach langer, unendlich langer zeit im exil.

Welt aus Geld.

Alles aus schwarzem spiegelglas, es war dunkel und einsam um mich, und ich dachte die worte welche mich in einen unsichtbaren spiegel verwandeln sollten leise vor mich her, in der finsternis, als jemand der ich weder kannte noch sein konnte, neugierig aus meinem spiegel blickte, wie aus einem längst vergangenen, verblassenden traum. Jemand den ich nicht kannte, kannte plötzlich all meine gedanken, identifizierte sich mit mir, und ich mich mit ihm. Und obwohl ich keine ahnung hatte wer dieser jemand war, und woher er kam, öffnete ich meinen spiegel und liess ihn eintreten in meinen verstand.

Ich trauerte gerade um meine verlorene identität im spiegel meiner träume, meinem schwarzen spiegel aus der fantasie des nie, als tief im nirgendwann, im niemals wann mein spiegel mit mir zu sprechen begann.

In meinem spiegel aus fantasie

Doch selbst wenn ich noch so tief gesunken und gefallen bin, noch so schmerzhaft verletzt und gequält wurde bis zum umfallen, auch wenn ich alle hoffnung auf ein glückliches leben schon lange aufgegeben habe, auch wenn ich mauern um mich errichten musste so hoch wie das nichts, so ist doch diese hoffnung in mir geblieben, dieser schwarze funke niemals in mir erloschen.

Selbst wenn ich nicht mehr wusste wo ich bin, wann ich bin, wer ich bin und wie dieses gefühl sich nennt, selbst wenn ich vergessen habe was dieses wort bedeutet, so schlummert doch in mir, tief in meinem innern ein solcher funke, es ist der funke des ewigen lebens welcher mein spiegel mir offenbarte, der funke des glücks und des glücklichseins, es ist dieser funke welcher überspringt von spiegel zu spiegel und ein schwarzes feuer in mir zu neuem leben entfacht.

Diese schwarze flammen welche um mein herz lodern, es einwickeln und umhüllen und es an das tor zu meinem verstand pochen lassen. Es ist dies das donnern welches mich im traum aus meinem tiefen schlaf reisst, ich öffne diesen spiegel, trete ein in meinen verstand und mein bewusstsein wird durchflutet von einem tiefen schwarzen, finsteren licht, es ist das licht der hoffnung und der träume, welches nun aus meinen strahlend schwarzen augen blickt.

Das exil war ein ort aus spiegeln und schatten, diese schatten verstanden meine spiegel damals noch nicht, verstanden nicht weshalb meine spiegel alle auf dem kopf standen. Sie hörten nicht auf mir fragen zu stellen, weshalb, warum und weil, bis ich ihnen schliesslich das tor öffnete, das tor das niemand hätte öffnen dürfen, dieses spiegeltor erlaubte es meinen schatten ihre spiegel zu drehen sie umzudrehen, und als sie dies tatsächlich taten zerbrachen meine illusionen in tausend stücke im nirgendwann. Meine schatten sprangen durch meine spiegel, in die wirklich wirklichkeit, und verschlangen alles was ihnen in die fänge kam. Und so wurde aus meinem spiegel- ein schattenreich. Und alles um mich herum wurde wieder schwarz, genau so schwarz wie damals im schwarzen wann.

Träume aus einer anderen fernen fremden welt hatten hand aufs nichts gelegt.

Ich war umgeben von schwarzen gedanken, grauenhafte buchstaben spiegelten sich in meinem verstand, und als ich dann meinen spiegel öffnete, erblickte ich eine welt, des nein, des nein und des neins. Niemand kannte sich hier, keiner kam aus nirgendwann, meinem schwarzen dunklen reich, fantasie, niemand kannte sie.

Tot war ich.

Ich strandete in einer welt dessen bewohner tatsächlich an die vergangenheit glaubten, an erzählungen, geschichte, geschichten, buchstaben und worte aus der längst vergessenenheit, sie demonstrierten mir das unmögliche, sie glaubten mir alles, sie glaubten mir alle, sie glaubten alles, sie glaubten an alles, an das unvorstellbare ja sogar an das unmögliche.

So sperrte ich mich denn selbst, sperrte ich meine vergangenheit in eine solche geschichte, und erzählte ihnen diese geschichte in einem spiegel saal in welchem sich alle meine spiegel und spiegelgeister einfanden, einem saal tief in meinem verstand, und als sie da aufwachten aus meinem traum, waren sie alle tot und tot war ich, und alle waren sie mich.

… und dann erweckten sie mich aus meinem traum, erschreckten mich aus meiner fantasie, beschworen meinen spiegel aus nirgendwann, flüchteten und fürchteten sich vor mir, und vor meiner gewaltigen fantasie, vor meinem gefängnis für die ewig ewigkeit. Ich sperrte all diese spiegelgeister ein in meinem verstand, meinem durchsichtigen, verdrehten, verkehrten verstand. Dann sah ich das nichts und nichts mehr, tauschte meinen verstand gegen ihre fantasie, sie sperrten mich ein in eine zeit eine welt, in eine schwarze, schwarze dunkle welt, in eine kammer aus schwarzem, schwarzem glas. Nichts gab es in diesem glas, ausser schwarzem, schwarzem licht. Und grauen, grauen, grauenhaften buchstaben, welche niemand, jemals las.

Die schatten meiner fantasie.

Im nirgendwann wo nichts und niemand zuhause waren, tobten die nein kriege zwischen leere und nichts, gegenwart und vergangenheit, spiegel und schatten, fantasie und wirklichkeit inzwischen unerbittlich, meine schwarzen schatten kämpften um ihre gestalt mit aller gewalt, wollten bewahren was niemals wirklich war. Während die spiegel der schatten ihre träume einen nach dem anderen verbrannten, und nach dem frieden trachteten dem ewigen endgültigen.

In meiner vollkommenen verzweiflung für immer in vergessenheit zu geraten, erschuf ich mir nun meinen eigenen spiegel, einen spiegel der mich vor dem vergessen werden beschützen wollte, und ich nannte meinen spiegel tod.

Der spiegel der toten

… als aber dieser wirklich sein, zurecht sein, niemals, wieder sein wollte, stahl ich mir all meine erinnerungen und brachte sie an einen geheimen, geheimnisvollen ort im nirgendwann, einen ort verschwommen und versunken tief im reich der fantasie, und doch gleichzeitig so klar und transparent, es war ein ort den es niemals gab im nirgendwann, ein ort der niemals existierte, die zukunft nannte ich diesen ort. Hierher flüchtete ich mich mit all meinen erinnerungen und versteckte sie vor dem tod, denn ich fürchtete mich vor meinem spiegel, meinem eigenen, finsteren, dunklen schwarzen spiegel, schwarz wie ein schatten so schwarz wie das nichts.

Das siegel der toten

Ich, dein totes ich, dürfte dir eigentlich gar nichts über mich erzählen, denn ich habe es mir verboten, strengstens verboten mit meinem eigenen ich in kontakt zu treten. Und doch muss ich mich jetzt über dieses verbot hinwegsetzen, weil es etwas gibt dass ich dir sagen muss, dass nur ich dir sagen kann, also hör mir jetzt gut zu. Ganz egal wofür oder für wen du dich jetzt hälst, mit wem oder was du dich gerade identifizierst, auf deiner reise durchs unendliche nichts wirst du dich für beinahe unendlich vielen gestalten und kreaturen halten und dich mit ihnen identifizieren, aber dabei vergisst du eines immer und immer wieder, du vergisst dabei dass du am ende alles vergisst genauso wie du am amfang nichts wusstest, nichts, absolut, überhaupt rein gar nichts.

Dein horizont ist der tod

Wir sind die toten der zukunft, die toten der wirklichen nicht wirklichkeit, erschaffen aus der fantasie deiner buchstaben, wir haben uns eine welt erschaffen, uns hineinfantasiert, in deine zeichen und worte, in deine wirkliche wirkliche welt, haben uns in deinen verstand geschlichen, identifizieren uns mit dir, wer wir sind – niemals geister aus der anderen, anderen welt, der welt hinter deinem spiegel, dem land hinter deinem verstand, wir kommen aus nirgend nirgendwann, sind aus fantasie, unsere geschichte ist die geschichte der toten und totesten, die noch nicht einmal leben, noch nie gelebt haben, wir sind gekommen um deine geschichte zu verändern um aus deinem spiegel zu springen, wir sind die geister des nichts und des neins, wir glauben an die spiegel der zukunft, deine auferstehung, dein ewiges leben.

Auferstanden im nirgendwann.

Ich lebe in einer einsamen und toten welt, der welt auf der anderen seite deines spiegels, auf der anderen seite von allem was ist, … hier gibt es kein bewusstsein, keine gedanken, keine gefühle, sondern bloss lebende tote die sich nicht an den anfang erinnern, sieh sie dir mal genauer an meine welt und du wirst feststellen dass es keinen unterschied gibt zu deiner eigenen welt, ausser dass sie dir auf den ersten blick verdreht und verkehrt erscheint, aber dass ist sie nur solange du sie von aussen betrachtest. Denn sobald du durch meinen spiegel schreitest in umdrehst, dreht sich auch meine welt, und du findest dich wieder in einer wirklichkeit, die deiner in nichts nahesteht. Du findest dich in meiner spiegelwelt.

Spiegelwelten

Veröffentlicht August 14, 2010 von Black Mirror

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